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Googles Expansionesbestrebungen in Sachen Home Entertainment ist bisher ein Wackeldackel

Musik und Videos über das Internet verkaufen, ist ein heiß umkämpfter Markt, in dem alle großen Anbieter ihre Kapazitäten ausbauen wollen. Auch der Alleskönner und Suchmaschinengigant Google will seinen Anteil am Home Entertainment Geschäft vergrößern.

Doch was passiert bei Google genau? Im Frühjahr sollte Google TV in Deutschland starten. Doch ob und wann, dazu hält sich der involvierte Sony Deutschland Manager Stefan Holländer komplett bedeckt. Auch der Partner YouTube stellt einen nur sehr schwachen Verleihservice auf die Beine, der neben der Konkurrenz kaum wahrgenommen wird. Auch der Bereich Google Music ist nicht mehr eigenständig, sondern wurde in das Android Angebot integriert. Filmfirmen und führende Musikproduzenten sehen hier Google keinesfalls als Überflieger. Im Gegenteil, Google reiht sich hier derzeit nur in die vielen Anbieter, die hier als profilierte Media-Player auftreten, als Mitstreiter ein.

Es ist aber nicht so, dass Google sich nicht die höchsten Ziele für die Teilhabe an diesem Markt gesetzt hätte. Google wollte sich sogar auf Augenhöhe mit dem Milliardenumsätze im Musikgeschäft verzeichnenden Anbieter Apples iTunes positionieren. Geklappt hat es bisher aber noch nicht.

Google hat seine Musikaktivitäten auf den Android Produktbereich verschoben. Insider aus der Musikindustrie, die die Entwicklungen genau mitverfolgen, sehen darin einen Zusammenbruch des eigenständigen Google Musik Bereiches. Sie mutmaßen, dass Google ein zusammenhängendes Konzept gefehlt habe, um mit den Musikproduzenten zu kooperieren. Insbesondere habe ein überzeugendes Vertriebskonzept gefehlt. Zudem schien die Erschließung von Vertriebskanälen über den Partner YouTube und die Erschließung des Android Marktes nicht gemeinsam zu erfolgen, sondern diese Produktbereiche würden sich gegenseitig behindern. Immer wieder wird eine mangelnde Kooperation der beiden intern zuständigen Bereichsleitungen für Android und YouTube als Ursache der sich schleppenden Vermarktung vermutet. Außerdem sei die Musikvermarktung über YouTube zwei Jahre zu spät angelaufen.

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Auch auf dem Betriebssystem Android, das Google für Touch-Screen Mobilgeräte entwickelt hat – in erster Linie Smartphones und Tablet-PCs, stockt das in Zusammenarbeit mit großen Filmstudios angestrebte Verleihgeschäft. Aus den großen Filmstudios kommen Informationen, der erzielte Umsatz in diesem Bereich einwickele sich nicht.

Immer wieder äußern Insider den Verdacht, dass die internen Produktmanager ihre Bereiche nicht gut koordinierten. Google wurde von Medienvertretern auch schon zu einem Statement aufgefordert, inwieweit das Produktmanagement nicht ausreichend zusammenarbeite. Die Auskunft der Sprecherin zu dieser Frage ist wie erwartet diplomatisch abgefasst. Die Google Produktbereiche seien sowohl unabhängig, als auch gemeinschaftlich tätig. Die Aktivitäten der Produktteams würden immer koordiniert. Doch der Verdacht, die Produktbereiche seien sich intern nicht grün, bestätigt sich in diversen Insiderkommentaren aus der Musik- und Filmindustrie.

Auch wenn derzeit YouTube noch der beherrschende Channel ist, was die Neuentdeckung von Musik angeht, droht sich Facebook hier einzumischen. Der YouTube Deal mit den großen Musikfirmen läuft im nächsten Jahr aus und so wie es aussieht, zeigen die Musikbosse Bereitschaft, gegebenenfalls auf Facebook umzuswitchen.

Ob es nun wirklich zwischen Andy Rubin, dem Android Produktmanager und Kyncl, dem YouTube Produktmanager sich gegenseitig bremsen, statt an einem Strang zu ziehen, bewahrheitet oder nicht, Gerüchte um die Etablierung eines Google TV Marktes brodeln zumindest weiter.

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Kommen eigene Hardware Konzepte von Google, um das Home Entertainment, insbesondere TV und Film zu vermarkten oder nicht? Immerhin ist es ein großer Schritt vom Service Dienst zum Hardwareanbieter. Doch Aktivitäten soll es geben. Auf der International Consumer Electronics Show (CES) im Januar in Las Vegas gab es Hinweise auf eine Kooperation mit LG. Das TV Gerät sollte eine auf dem Betriebssystem Android basierende Entwicklung anbieten. Unter dem Namen Smart TV wurde eine 3D Oberfläche versprochen, natürlich in Verbindung zu sämtlichen bestehenden Google Services. Kein geringerer als das Wall Street Journal spekuliert, dass Google den Anbieter DropBox bedrängen will und selbst eine große Online Datenspeicherung angeboten weden soll. Diese ist ein Teil der Home Entertainment Bestrebungen.

Es gibt viel zu verdienen, aber außer Ankündigungen, fehlt der große Markteinstieg. Selbst ein Hinweis in eigener Sache, die Ankündigung einer großen Meldung hinsichtlich Google TV auf der Google Facebook Seite, verschwand kurz nachdem er gesetzt wurde. Wer ein „Get ready for Monday, we have some big announcements“ online schaltet und kurz darauf wieder offline schaltet, ist nur vielleicht noch für eine Überraschung gut. Ob Google im Bereich TV und Musik Markt noch groß einsteigt oder das Trittbrett für den Einstieg einfach nicht richtig erwischt hat, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

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