Medikamente können wie Lebensmittel ablaufen. Doch darf man sie nach dem Überschreiten des Haltbarkeitsdatums noch einnehmen? Bei einigen Tabletten müssen Sie in diesem Fall sehr vorsichtig sein. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, welche Medikamente Sie auch nach Ablauf verwenden können und welche Sie lieber gleich fachgerecht entsorgen sollten. Außerdem verraten wir Ihnen, wie man die abgelaufenen Medikamente richtig entsorgt.

Wie lange kann man abgelaufene Medikamente verwenden?

Manche Medikamente haben nach Ablauf des Verfallsdatums keine Wirkung mehr oder können Ihrer Gesundheit schaden. Haben Sie abgelaufene Medikamente zu Hause und wollen diese benutzen, sollten Sie im Zweifel eher auf die fachgerechte Entsorgung setzen. Nehmen Sie die Medikamente nicht mehr ein, wenn Sie sich unsicher über die Wirkung sind. Am besten ist es, wenn Sie gleich am ersten Tag das Datum auf der Packung vermerken. So wissen Sie immer, wann welches Medikament geöffnet wurde. Das ist insbesondere bei Salben hilfreich, da diese nach dem Öffnen nur eine begrenzte Zeit lang haltbar sind.

  1. Hustensaft: Bei allen Säften gilt: Kontrollieren Sie diese unbedingt vor der Einnahme. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums können sich die einzelnen Bestandteile voneinander trennen und Klumpen entstehen. Zwar sind die Verklumpungen an sich nicht schädlich, die Wirkung des Hustensaftes kann dadurch aber beeinträchtigt werden.
  2. Nasen- und Augentropfen: Tropfen für die Nase und die Augen dürfen Sie höchstens für 4 Wochen nach dem Anbruch benutzen. Die Flüssigkeiten sind anfällig für die Ansammlung von Keimen, welche anschließend für die Entstehung von Entzündungen verantwortlich sein können. Am besten notieren Sie sich das Datum der Öffnung auf der Verpackung der Augen- oder Nasentropfen. So wissen Sie genau, wie lange Sie die Tropfen nutzen können.
  3. Antibiotika/Insulinpräparate/Hormonpräparate: Bei diesen Medikamenten sollten Sie besonders vorsichtig sein. Die richtige Lagerung ist sehr entscheidend. Lagern Sie diese Medikamente bei einer Temperatur von 2 bis 6 Grad Celsius und nutzen Sie nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht mehr. Mit der Zeit können die Inhaltsstoffe sich verändern und es können somit nach dem Verfallsdatum erhebliche Nebenwirkungen auftreten.
  4. Salben: Abgelaufene Salben können möglicherweise nicht mehr so gut wirken. Bei Cremes ist dies jedoch anders. Sie können einen unangenehmen Duft entwickeln und ranzig werden, ihre Wirkung wird dadurch jedoch nicht berührt.
  5. Medikamente mit Acetylsalicylsäure: Medikamente mit diesem Inhaltsstoff verlieren nach Ablauf erst langsam an Wirkkraft. Auch Aspirin zählt zu diesen Präparaten. Da die Arzneimittelhersteller in Deutschland das Verfallsdatum extra früh ansetzen, kann man die Medikamente jedoch auch noch bedenkenlos einige Wochen nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums verwenden.
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Man kann allgemein sagen, dass sich Tabletten 2 bis 3 Jahre lang halten. Bei Salben, Gelen und Cremes ist es anders. Sie halten sich nur für 3 bis 6 Monate. Säfte verwenden Sie am besten nur wenige Tage nach Anbruch und brauchen Sie so schnell wie möglich auf. Sofern Sie in Bezug auf ein Medikament unsicher sind, fragen Sie vor der Verwendung Ihren Arzt oder Apotheker.

Medikamente richtig entsorgen – so geht es

Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie diese nicht auf Vorrat kaufen. Wissen Sie nicht mehr, für wen oder was das Medikament verschrieben wurde, sollten Sie es auf keinen Fall einnehmen. Hier erfahren Sie, wie man Medikamente ordnungsgemäß entsorgt.

  1. Tabletten müssen Sie spätestens dann entsorgen, wenn diese Risse aufweisen, dunkle Flecken oder Verfärbungen haben.
  2. Cremes und Salben verwenden Sie nicht mehr, wenn die einzelnen Bestandteile sich voneinander getrennt haben, die Creme eingetrocknet ist oder einen ranzigen Geruch hat.
  3. Flüssigkeiten sollten dann nicht mehr eingenommen werden, sofern sie nicht mehr klar, sondern trüb sind, ein Bodensatz entstanden ist oder die Flüssigkeit sich verfärbt hat.
  4. Zäpfchen, welche eine kristalline und glitzernde Auflagerung entwickelt haben, sollten nicht mehr genutzt werden.
  5. Zur Entsorgung verpacken Sie die Medikamente am besten in einen Hygienebeutel und werfen diesen dann in den Restmüll. Da der Haushaltsmüll verbrannt wird, werden dabei auch die Medikamente unschädlich gemacht.
  6. Niemals sollten Sie Medikamente in der Toilette oder dem Waschbecken entsorgen. Hierbei können die Wirkstoffe ins Abwasser gelangen und auf diese Weise gegebenenfalls in das Trinkwasser kommen.
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Früher war es möglich, seine alten Medikamente in der nächsten Apotheke abzugeben, wenn man diese nicht mehr verwenden konnte. Leider bieten Apotheken heutzutage diesen Service nicht mehr an. Die Apotheken sind nicht mehr dazu verpflichtet, abgelaufene Medikamente anzunehmen, es gibt aber Ausnahmen. In der Regel entsorgen die Apotheken die Medikamente auch im normalen Restmüll, da es keinen separaten Entsorgungskreislauf dafür gibt. Von daher können Sie die Medikamente auch in Ihrem Restmüll entsorgen.

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