Haben Sie sich schon mal gefragt, ob man das Wetter manipulieren kann? Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Studien, jedoch zeigt die Praxis, dass es durchaus möglich ist, das Wetter durch Silberiodid zu beeinflussen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie die Impfung der Wolken mittels Silberiodid gelingt und an welchen Orten diese Methode zur Kontrolle des Wetters eingesetzt wird.

Wettermanipulation – das ist der Grund

Zwar klingt es wie eine Verschwörungstheorie, dennoch ist es wahr: Durch den Einsatz von Silberiodid kann man Wolken ganz gezielt dazu bringen, sich auszuregnen.

  1. Um das Wetter auf diese Weise zu beeinflussen, wird eine Aceton-Lösung verwendet, die mit Silberiodid angereichert wird.
  2. Die Mischung aus Aceton und Silberiodid wird mit Flugzeugen in den Wolken verteilt. Auf diese Weise wird Regen künstlich erzeugt. Man kann vereinfacht sagen, dass die Wolken mit dem Silberiodid geimpft werden.
  3. Für den in den Wolken vorhandenen Wasserdampf wirkt das Silberiodid wie ein Kondensationskeim. Die Tropfen des Wasserdampfs lagern sich um die Salzpartikel an und werden mit der Zeit immer schwerer und größer.
  4. Mit dem zunehmenden Gewicht sinken die Wassertropfen in der Wolke nach unten, bis sie dann als Regen herunterkommen.
  5. Die Grundlage dieser Methode ist der natürliche Hergang der Regenbildung. Der Wasserdampf in den Wolken benötigt immer Kondensationskeime, damit er sich zu Regentropfen formen kann.
  6. In der Natur geschieht dies in der Regel mithilfe von Staub, Ruß oder auch Pollen. Die Methode mit Silberiodid imitiert den natürlichen Vorgang. Neben Silberiodid können auch flüssiger Stickstoff oder Trockeneis für die Impfung der Wolken eingesetzt werden.

Welche Länder setzen Silberiodid für die Wetterkontrolle ein?

Nicht nur in Deutschland wird die Technik der Wolkenimpfung eingesetzt, um das Wetter auf künstliche Weise zu beeinflussen. Auch in China, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten wird so vorgegangen.

  1. Im Vorfeld der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking kamen über 1000 Raketen mit Silberiodid zum Einsatz. Die Meteorologen hatten für die Zeremonie eigentlich Unwetter vorhergesagt, doch durch die Wolkenmanipulation konnte der Tag bei Sonnenschein gefeiert werden.
  2. Es gibt in China sogar ein staatlich gefördertes Programm, welches sich mit der Beeinflussung des Wetters beschäftigt. Die Wolkenimpfung dient dazu, mit dem erzeugten Regen den Smog zu beseitigen, einen Waldbrand zu löschen, Wasserkraftwerke zu speisen sowie mögliche Hagelschäden zu verhindern.
  3. Die Vereinigten Arabischen Emirate nutzen die Impfung der Wolken, um die wenigen vorhandenen Wolken auszuwringen und auf diese Weise künstlich Regen über der Wüstenregion zu erzeugen.
  4. In Russland kommt die Methode ebenfalls zum Einsatz. So ist es möglich, Großereignisse und Paraden bei Sonnenschein zu feiern. Weiterhin wird auch in den USA die Wolkenmanipulation genutzt, um Wasserspeicher zu befüllen und im Winter Skigebiete mit genügend Schnee zu versorgen.
  5. Neben diesen genannten Ländern versucht auch Deutschland mithilfe des Silberiodids das Wetter auf positive Weise zu beeinflussen. Der Sinn dahinter ist, dass die Wolken sich künstlich abregnen und somit Hagelschäden in Weinanbauregionen wie zum Beispiel in Baden-Württemberg verhindert werden können.

Die Meinung der Wissenschaft zur Wolkenimpfung

Die Impfung von Wolken mit Silberiodid wird in zahlreichen Regionen zum Großteil erfolgreich eingesetzt. Dennoch fehlen heute immer noch belastbare wissenschaftliche Studien über die Wirksamkeit dieser Methode.

  1. Obwohl einige Länder sich der Vorgehensweise bedienen, ist ein Erfolg nicht garantiert. Im Jahr 2010 wurde eine Studie veröffentlicht, die das Impfen der Wolken, das auch unter der Bezeichnung Cloud Seeding bekannt ist, als weniger effektiv als zuvor vermutet einstuft.
  2. Zudem zeigen die Versuche zur Hagelabwehr in Deutschland und Niederösterreich, dass die gewünschten Erfolge nur bedingt durch die Wolkenimpfung eintreten.
  3. Aus diesem Grund ist die Wolkenimpfung mit Silberiodid kaum dazu geeignet, die Wetterlage global und auf lange Sicht zu beeinflussen. Lokal angewendet ist die Technik weiterhin mit einem großen Aufwand verbunden, der nicht immer den gewünschten Effekt bringt.
  4. Dies liegt insbesondere daran, dass das Wetter sehr komplex ist und sich auch durch künstliche Einflussnahme nicht sicher vorhersagen lässt. Es ist vielmehr der Fall, dass die Unvorhersehbarkeit der Wetterlage durch die Wolkenimpfung zunimmt, je kleiner die entsprechende geografische Region ist.