Grundsätzlich sollte man seine Zugehörigkeit zu einer Kirche nicht aufgrund finanzieller Gesichtspunkte infrage stellen. Viele Menschen möchten jedoch keine Kirchensteuer zahlen und suchen nach Möglichkeiten, dies zu umgehen. In diesem Fall kann oft nur ein Austritt Abhilfe schaffen. Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, welche weiteren Optionen Sie haben, um Kirchensteuer zu sparen.

Wer muss Kirchensteuer zahlen und wie hoch ist der Betrag?

Wenn in Deutschland eine Glaubensgemeinschaft oder eine Weltanschauungsgemeinschaft als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist, kann sie Kirchensteuer erheben. Doch nicht jede Gemeinschaft erhebt gleich eine Kirchensteuer.

  1. Der Staat zieht die Kirchensteuer von den Mitgliedern ein. Dafür bekommt der Staat eine Aufwandsentschädigung von der jeweiligen Gemeinschaft.
  2. Wenn Sie Ihr Einkommen versteuern müssen, dann müssen Sie auch Kirchensteuer zahlen, wenn Sie Mitglied in einer solchen Gemeinschaft sind. Menschen, die bis zum Grundfreibetrag von 8.652 Euro verdienen, sind demnach befreit.
  3. Die Höhe der zu zahlenden Kirchensteuer hängt von dem Bundesland ab, in dem Sie leben und auch von Ihrem Einkommen. Beispielsweise liegt der Steuersatz in Bayern und Baden-Württemberg bei 8 % und in den übrigen Bundesländern bei 9 % vom Einkommen.
  4. Wenn Sie Minijobber sind, bezahlen Sie Kirchensteuer auch dann, wenn Sie keiner Kirche angehören. In diesem Fall führt der Arbeitgeber automatisch pauschal 2 % Steuern auf Ihr Gehalt ab. Darunter fallen dann die Einkommenssteuer, der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

Wie kann ich Kirchensteuer sparen? Das sollten Sie wissen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Kirchensteuer zu sparen oder zumindest einen Teil der bereits gezahlten Steuer zurückzubekommen.

  1. Die Kirchensteuer steht in Verbindung mit der Einkommenssteuer. Deshalb haben Sie die Möglichkeit, den Betrag bei Ihrer Einkommenssteuererklärung anzugeben. Man deklariert die Kirchensteuer als dabei als Sonderabgabe.
  2. Wenn Sie viel verdienen, zahlen Sie auch mehr Kirchensteuer als geringer verdienende Menschen. Sollte Ihr Einkommen sehr hoch sein, können Sie die Kirchensteuer deckeln. In diesem Fall ist der zu zahlende Betrag abhängig von der jeweiligen Kirche und dem Bundesland. In der Regel kann man die Steuer auf einen Wert zwischen 2,75 und 4 % des Einkommens begrenzen.
  3. Ebenso sind Abfindungen zu versteuern, wobei Kirchensteuer anfällt. Sollte ein begründeter Anlass zu einem teilweisen Erlass vorliegen, wie zum Beispiel die Verwendung des Betrages für die Altersvorsorge, dann kann die Abgabe halb so hoch ausfallen.
  4. Möchten Sie als Eltern aus der Kirche austreten, aber dennoch Ihrem Kind nicht die Taufe vorenthalten, dann machen Sie es am besten folgendermaßen: Der Partner mit dem höheren Einkommen tritt aus der Kirche aus und der andere bleibt der Gemeinde zugehörig.

Letzter Ausweg – wichtige Hinweise zum Kirchenaustritt

Viele Menschen entschließen sich im Laufe des Lebens dazu, die Kirche zu verlassen. Einfach um Geld zu sparen oder weil man nichts mehr mit dem Glauben anzufangen weiß. Der Glauben ist die Privatsache eines jeden, weshalb einem diese Entscheidung freisteht. Treten Sie aus der Kirche aus, sparen Sie sich logischerweise die Kirchensteuer. Wenn Sie in Erwägung ziehen, aus der Kirche auszutreten, sollten Sie wissen, dass dies zahlreiche Nachteile mit sich bringen kann. Darüber sollten Sie sich stets im Klaren sein.